Kreatives Schreiben

Postkarten schreiben: 13 1/2 Ideen für kreative Urlaubsgrüße

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Geschrieben von Veronika
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Jahrelang habe ich meiner Oma Postkarten mit dem immer gleichen Text geschrieben, sogenannte “Ort-Wetter-Essen-Karten”. 😉

Ich wollte ihr zeigen, dass ich an sie denke. Beim Inhalt fehlten mir aber die zündenden Ideen.

Sie hat die Urlaubsgrüße, die ich ihr geschickt habe, trotzdem aufgehoben.

Das hatte ohne Frage damit zu tun, dass es Post vom Enkelkind war.

Vor allem aber denke ich, dass es meiner Oma so ging wie fast allen Postkartenemfpänger*innen. Es ist einfach schön, zur Abwechslung etwas Persönliches im Postkasten zu haben. Eine Grußbotschaft zum Angreifen, die einen kurz lächeln lässt. 

Damit die Karte auch beim Lesen Freude macht, hilft ein kreativer Zugang beim Schreiben: Das Wetter am Urlaubsort hat in unserer digitalen Zeit schließlich wenig Neuigkeitswert.

Dir fehlen die Ideen für kreative Kartentexte? Kein Problem.

Nach mehr als 10 Jahren “Ort-Wetter-Essen” habe ich in diesem Beitrag 13 1/2 kreative Schreibimpulse für die etwas anderen Urlaubsgrüße zusammengetragen.

Inhalt

Was du brauchst um eine (kreative) Postkarte zu schreiben

Nicht viel. Hier eine kurze Checkliste:

  • Postkarte & Stift
  • Briefmarke
  • Postadresse des/der Kartenempfänger*in
  • Ein paar entspannte Minuten Schreibzeit
  • Einen (für dich) passenden Schreibort

Das war’s schon. Lass dich von den folgenden Ideen inspirieren und #schreiblos.

Urlaubsgrüße mal anders: 13 1/2 kreative Ideen für deine Postkarte [mit Vorlagen und Beispielen]

Hinweis: Postkarten werden häufig aus dem Urlaub geschrieben. Daher gehe ich im folgenden Text von diesem Szenario aus. Du kannst Karten aber natürlich auch von deiner Dienstreise, in deinem Garten, bei einem Kaffeehausbesuch, von einer Kur, ... verschicken. Die beschriebenen Ideen sind in diesen Fällen genauso einsetzbar. Aus Urlaub oder Urlaubsort wird dann der "Ort, wo du gerade bist". 🙂

1) Das Zitat

Verschicke ein Zitat aus deinem Urlaub.

Ergänze es mit einem kurzen Hinweis, auf die Quelle und warum du es ausgewählt hast.

Hier ein paar Beispiele:

  • Charmanter Spruch der Kellnerin beim Abendessen.
  • Satz aus deiner Urlaubslektüre.
  • Zeile aus dem fetzigen Club-Tanz, den alle jeden Abend am Pool mittanzen müssen, bevor die Happy Hour startet.
  • Name des Gerichts, das du dir gestern in diesem tollen Restaurant bestellt hast.
  • Ausruf der verzweifelten großen Schwestern, nachdem der 3-jährige Manuel sein Eis zum vierten Mal versehentlich in den Sand fallen hat lassen.

Spitz die Ohren, sammle Urlaubseindrücke und teile sie in deiner Urlaubspost.

2) Ein Satz, 10 Mal anders

Oft entstehen durch Wiederholung die kreativsten Ideen.

Wähle daher einen Satzanfang und beende ihn zehn Mal anders. 

Ob alle 10 Sätze auf deine Postkarte passen, ist von deiner Schriftgröße und der Satzlänge abhängig. Versuche trotzdem, den Satzanfang öfter als 5 Mal zu beenden. Der Text wird nämlich erst richtig interessant, wenn das “Naheliegende” zu Papier gebracht ist.

Wenn dir die Übung Spaß macht, kannst du auch im ersten Schritt 30 Sätze sammeln und im Anschluss nur “die besten” auf die Postkarte übertragen.

Hier ein paar Vorlagen für Satzanfänge:

  • [Urlaubsort einsetzen] ist …
  • Dieser Urlaub fühlt sich an wie …
  • Mein Herz klopft vor Freude weil, …
  • Du solltest über diesen Urlaub wissen, dass …

3) Erinnerungspostkarte: Ein gemeinsames Erlebnis festhalten

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Bei unserem Online-Schreibabend Bahngefühle hat eine Teilnehmerin eine Postkarte an ihre Jugendfreundin verfasst. Die beiden waren im Wiener Prater und sind mit der Hochschaubahn gefahren. Die Erinnerung an dieses Ereignis war in dem Text derart berührend beschrieben, dass ich das Bild der beiden Mädchen immer noch vor Augen haben.

So eine Karte würde ich auch gerne einmal bekommen, habe ich mir damals gedacht.

Hast du dich in deinem Urlaub an etwas erinnert, was du gemeinsam mit dem/der Empfänger*in erlebt hast?

Dann schreib es auf. Einfach drauf los. In deinen Worten.

Postkarten müssen nicht immer vom Urlaub erzählen.

4) Das Gruß-Elfchen

Elfchen sind kurze Gedichte, die aus fünf Zeilen und elf Wörtern (daher ELFchen) bestehen. Sie sind dank einer simplen Vorlage rasch verfasst und helfen dir, deine Gedanken auf den Punkt zu bringen.

Kurz: Die idealen Texte für Postkarten.

Vorlage für ein Gruß-Elfchen:

  1. Zeile: Ein Wort – Eigenschaftswort zum Urlaubsort
  2. Zeile: Zwei Wörter – Urlaubsort benennen
  3. Zeile: Drei Wörter – wie zeigt sich die Eigenschaft?
  4. Zeile: Vier Wörter – eine Ergänzung oder eine (unerwartete) Wende 
  5. Zeile: Ein Wort – Fazit, Schlusspunkt oder Ausruf (z. B. Gruß)

Beispiel:

Sonnenstrahlig
diese Wachau
Urlaub ganz ungetrübt
Nur die Marillenbäume leiden
Regentanz!

Ein bisschen Schummeln ist beim Elfchen übrigens erlaubt. Manchmal muss es eben ein Zwölfchen sein.

Noch mehr tolle Elfchen-Ideen für deine Urlaubsgrüße findest du in diesem Blog-Beitrag von Sigrid Varduhn: Rettet das Elfchen! Was 11 Wörter alles können

5) Das Urlaubsort-Kryptichon

Für das Urlaubsort-Kryptichon schreibst du die Buchstaben deines Urlaubsortes untereinander.

Dann sammelst du zu jedem Buchstaben ein neues Wort, das mit deinem Urlaub zu tun hat. 

Beispiel:

Spontan
Altstadt
Langes Wochenende
Zeitunglesen
Bauchvollschlagen
Umherschlendern
Reizend
Grüße!

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6) Die Schilderwald-Postkarte

Herzlich willkommen. Grüß Gott. Kein Eingang. Eingang um die Ecke. Gerne verwöhnen wir Sie kulinarisch. Montag Ruhetag. Dienstag Ruhetag. Donnerstag Ruhetag. Heute geschlossen. Wir wollen hier nichts kaufen und nichts spenden. Haus zu verkaufen. Lokal zu verkaufen. Echtes Kernöl zu verkaufen. Typisch österreichische Kost. Für den kleinen Hunger. Schweinsbraten. Zigeunerschnitzel. Spinatknödel mit brauner Butter. Nach alten Rezepten. Kundeninformation. Unser Garten ist kein Hundeklo. [...]

Petra Piuk (aus Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman)

Manchmal genügt es festzuhalten, was man/frau bei einem Spaziergang durch die Straßen zu lesen bekommt. 

Mach Notizen von den Straßenschildern und nimm den/die Leser*in auf diesem Weg mit auf deine Streifzüge. 

Anmerkung: Das oben zitierte Buch Toni und Moni: Anleitung zum Heimatroman* von Petra Piuk ist eine absolute Leseempfehlung, aber definitiv keine leichte Urlaubslektüre (auch, wenn der Titel das vielleicht vermittelt.)

7) Eine Postkarte aus der Kameraperspektive schreiben

Du hast für das Schreiben deiner Karten einen ganz wunderbaren Ort gefunden?

Dann nimm die Kameraperspektive ein.

Beschreibe detailliert, was oder wen du gerade siehst. Konzentriere dich dabei auf einen “Bildausschnitt”. 

Starte deinen Text mit den Worten: Jetzt gerade …

8) Der Cliffhanger: Mehr bei unserem nächsten Treffen

Deine Postkarte soll bei dem/der Empfänger*in Neugier und Vorfreude auf euer nächstes Treffen auslösen? Probiere es in diesem Fall mit einem Cliffhanger

Beschreibe in deiner Postkarte ein Urlaubsereignis und brich an der spannendsten Stelle ab. So, dass der/die Leser*in unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Beende deine Karte mit: Mehr bei unserem nächsten Treffen.  

Hier zwei Beispiele zur Veranschaulichung:

Ich bin gerade mitten in Neapel auf den Stiegen einer Kirche gesessen, da hat eine Möwe eine weiße Taube attackiert. Bin kein Fan von Tauben, aber Möwen sind mir jetzt definitiv unsympathisch. Die Taube ist abgestürzt, auf die Kirchentreppen. Sie hat geblutet. Igitt. Da fährt eine Limousine vor. Eine Braut mit einem mega Brautkleid und einer riesen Schleppe steigt aus und geht auf die Treppen zu. Die Taube sieht sie noch nicht. Was weiter passiert ist, erzähl ich dir beim nächsten Treffen.

Grüße aus dem Nirgendwo vom 90er meiner Oma. Familienfeier. Was soll ich sagen. Aber mein Großonkel (ja, der, von dem ich schon oft erzählt hab ;-)) hat mir den ärgsten und gleichzeitig besten Witz erzählt, den ich je gehört habe. Erzähl ich dir bei unserem nächsten Treffen.

9) Bilderrätsel

Das schöne an Ansichtskarten ist, dass es nicht nur Text, sondern auch ein Bild gibt. 

Dieses Motiv hat die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des/der Empfänger*in verdient. Schließlich hast du es liebevoll für ihn/sie ausgesucht. 

Probiere ein Bilderrätsel zu diesem Bild zu gestalten.

Hier ein paar Anregungen:

  • Zeichne vier kleine Sonnen auf die Ansichtskarte und stell dem/der Empfänger*in die Aufgabe, sie zu finden.
  • Wie viele Häuser/Windmühlen/Boote/Fische/Bäume findest du auf der Vorderseite dieser Postkarte?
  • Wenn wir auf diesen Platz verstecken spielen würden, wo würdest du mich suchen?
  • Der Tourguide hat uns vor einer Sache gewarnt, die auf dieser Karte abgebildet ist. Was war es und warum?

10) Listen, Listen, Listen

Listen sind schnell geschrieben und liefern dem/der Leser*in einfach zu konsumierende Informationshäppchen.

Sie haben daher ohne Frage Postkartenpotenzial! 

Hier ein paar Anregungen für unterhaltsame Urlaubslisten, die etwas über deinen Urlaub verraten und rasch geschrieben sind:

  • 5 Fragen, die ich mir in [Urlaubsort einsetzen] gestellt habe
  • Gerade in meinem Magen 
  • 4 Dinge, die ich in diesem Urlaub zum ersten Mal getan habe
  • Was du mich bei unserem nächsten Treffen über diesen Urlaub unbedingt fragen solltest
  • Warum ich mit dir auch einmal nach [Urlaubsort einsetzen] reisen möchte
  • Soundtrack dieses Urlaubs
  • [Urlaubsort] [Jahreszahl]: Die besten Momente (bisher)
  • 7 Ideen, die ich hier hatte

Mehr Inspiration für Postkarten-Listen findest du übrigens in unserem Schreibimpuls – Mein Sommer.

11) Entweder | Oder

Manche Situationen lassen sich gut anhand von Entweder-oder-Fragen beschreiben.

Finde dafür in einem ersten Schritt 5-8 Gegensatzpaare, die für die Darstellung deines Urlaubes passen können.

Schreibe die Paare untereinander auf die Postkarte.

Kennzeichne dann die Antwort, die auf deine Urlaubssituation zutrifft.

Beispiel:

Wolfgangsee 2021

Total entspannt ☑️ | ODER | Brauche noch eine weitere Woche

Relaxen am See | ODER | Wandern in den Bergen ☑️
Lesen ☑️
| ODER | Schreiben
Bis spät in die Nacht ☑️ | ODER | Der frühe Vogel
“Warum ist dieser See immer so kalt!” ☑️ | ODER | “Ah, wie angenehm erfrischend!”
WhatsApp | ODER | Postkarte ☑️ (Weil du es bist ;-)) 

Entspannte Grüße aus dem Salzkammergut. Auf hoffentlich bald.

Veronika

12) Die Postkarte als Mini-Tagebuch

Verschicke ein Mini-Tagebuch von deinem Urlaub.

Schreibe jeden Tag einen Satz, der deine Stimmung einfängt oder von einem Erlebnis erzählt. Starte dabei immer mit dem aktuellen Datum.

Du kannst auf diese Weise natürlich auch einen einzelnen Urlaubstag festhalten. Dafür schreibst du regelmäßig (beispielsweise alle zwei Stunden) auf, wo du gerade bist und was du gerade machst. Jeden Satz startest du mit der genauen Uhrzeit.

13) Zwei kurze Worte und schon ein Gedicht (und eine Postkarte 😉)

Schreib analog dem naturgedicht von Ernst Jandl ein Urlaubs-, Urlaubsgrüße- oder Urlaubsortgedicht, das nur aus zwei Worten besteht. 

Beispiele:

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wiengedicht

kaffee
haus

grüßegedicht

von
herzen

13 1/2 Nicht Postkarte schreiben, sondern Postkarte sein 😉😎

Die Idee hat eigentlich nichts mit dem Schreiben der Postkarte zu tun und ist darüber hinaus von Anke Engelke geklaut. Deshalb bekommt sie in dieser Aufzählung einen halben Punkt. 😉

Aber ich finde die Anregung witzig und möchte sie selbst gerne ausprobieren. Aus diesem Grund soll sie auch in diesem Beitrag nicht fehlen.

Und so wirst du zur Postkarte:

Kaufe eine Postkarte auf der ein Lebewesen zu sehen ist.

Gehe dann in einen Fotoautomaten und mach ein Foto von deinem Gesicht. Schneide das Foto aus und klebe es über das Gesicht auf den Postkarten.

Du kannst es dir noch nicht richtig vorstellen?

Dann lass es dir in folgendem Video von Anke Engelke erklären (ab Minute 8:55).

Danke Anke!

So. Das waren 13 1/2 Ideen für kreative Postkarten, bei denen auch das Schreiben Spaß macht. 

Es gibt also keine Ausreden mehr für langweilige “Ort-Wetter-Essens-Grüße” 😉

Und du? Schreibst du (gerne) Postkarten? Was ist dein Tipp für kreative Urlaubsgrüße? Lass es uns in den Kommentaren wissen. Wir freuen uns von dir zu lesen! 🙌

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2 Kommentare

    • Liebe Sandra,
      herzlich willkommen auf Treffpunkt Schreiben. Es freut mich sehr, dass dir die Ideen gefallen. Du hast absolut recht, es ist ein tolles Gefühl überraschend eine Ansichtskarte im Postkasten zu finden. 🙂
      Alles Liebe, Veronika

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