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Wie funktioniert Clustering?

Wie funktioniert Clustering? Treffpunkt Schreiben
Veronika
Geschrieben von Veronika

Clustering ist eine Methode des kreativen Schreibens, die von Gabriele Rico entwickelt wurde. Sie hilft, Einfälle und Gedanken zu sammeln und diese visuell festzuhalten. In ihrem Buch Garantiert schreiben lernen, fasst Rico die Methode folgendermaßen zusammen:

"Das Clustering ist ein nichtlineares Brainstorming-Verfahren, das mit der freien Assoziation verwandt ist. Durch blitzartig auftauchende Assoziationen, in deren ungeordneter Vielfalt sich unversehens Muster zeigen, wird die Arbeitsweise des bildlichen Denkens sichtbar. Das bei diesem Vorgang entstehende Cluster erschließt uns mühelos eine Vielzahl von Gedanken und Einfällen, die aus einem Teil unseres Gehirns stammen, in dem sich die Erfahrungen unseres ganzen Lebens unstrukturiert drängen und vermischen."

Gabriele L. Rico (Garantiert schreiben lernen)

Vielleicht bist du in einem unserer Schreibimpulse oder in einem Schreibratgeber schon über die Empfehlung gestolpert, als Schreibeinstieg ein Cluster zu machen, um Ideen zu entwickeln.

Um ein Cluster zu erstellen, benötigst du nicht viel. Stift und Papier genügen. Dann heißt es, deinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Vorkenntnisse oder Schreiberfahrung sind nicht notwendig. Jede(r) kann clustern. Wie? Das verrate ich dir gleich. 😉

Wofür kann ich die Clustering-Methode einsetzen?

Gabriele Rico hat die Methode entwickelt, um den Einstieg ins (kreative) Schreiben zu erleichtern. 

"Indem wir das nach Mustern suchende bildliche Denken einbeziehen und die unnachsichtige Zensur des begrifflichen Denkens umgehen, mildern wir die vertraute Angst, ob wir wirklich etwas zu sagen haben und womit wir anfangen sollen, und gewinnen die Freiheit des Ausdrucks zurück, die wir als Kinder besaßen."

Gabriele L. Rico (Garantiert schreiben lernen)

Clustering lässt sich über das kreative Schreiben hinaus sehr vielfältig einsetzen. Ich verwende es zum Beispiel:

  • Zur Ideensammlung
    Der Kontext ist dabei egal. Das können ToDo-Listen sein, Lösungsansätze für ein Problem im meinem Job oder auch Themenideen für einen wissenschaftlichen Text.
  • Zum Strukturieren meiner Gedanken
    Wenn mir zu einem Thema zu viele Einfälle im Kopf herumschwirren und ich diese schwer fassen kann, hilft mir ein Cluster, dieses verschwommene Wirrwarr zu ordnen. Beim Clustern entsteht eine natürlich Struktur, die sich (einmal auf dem Papier) leicht erweitern oder neu strukturieren lässt.
  • Beim Lernen
    Wenn ich einen Text lese und dann versuche, die Inhalte in einem Cluster wiederzugeben, unterstützt mich dieses Vorgehen dabei mir die wichtigen Punkte einzuprägen. Es fällt mir so auch leichter, die einzelnen Themengebiete  miteinander in Verbindung zu setzen. 
  • Zur Vorbereitung auf eine kurze Präsentation
    Muss ich in einem Meeting etwas präsentieren, mache ich mir dazu vorab gerne ein Cluster. So kann ich meine Gedanken schnell und unkompliziert strukturieren. Das Cluster nehme ich dann gleich als Erinnerungshilfe in den Termin mit.

Schritt für Schritt: So erstellst du ein Cluster

  • Lege ein großes Blatt Papier und einen Stift bereit.
    Das Papier sollte mindestens DIN A4-Format haben, DIN A3 funktioniert aus meiner Sicht noch besser. Platzmangel soll dich beim Ideensammeln auf keinen Fall einschränken. Verwende das Papier am besten im Querformat.
Kern eines Clusters zum Thema "Herbst"
  • Schreib das Thema deines Clusters (Kern) in die Mitte des Papiers und kreise es ein.
    Der Kern des Clusters kann ein Wort, eine Wortgruppe oder auch eine Frage sein, zu dem/der du deine Gedanken und Einfälle sammeln willst.
Assoziationskette
  • Beginne nun frei und ohne viel nachzudenken, zu assoziieren. Lass dich treiben. Schreibe das erste Wort, das dir zu deinem Thema einfällt auf, kreise es ein und verbinde es mit einem Strich mit dem Kern deines Clusters. Assoziiere nun anhand des gefundenen Wortes weiter, schreibe das nächste Wort auf und verbinde es mit dem vorherigen usw. Jedes neue Wort lässt so einen neuen Kern entstehen, der neue Assoziationen zu lässt. Es entstehen Assoziationsketten oder Netze.
Neue Ideen starten vom Kern des Clusters
  • Fällt dir etwas Neues oder Andersartiges ein, verbinde es direkt mit dem Kernbegriff und notiere deine Gedanken dazu von dort nach außen, bis diese nacheinanderfolgenden Assoziationen erschöpft sind. Dann beginne mit der nächsten Ideenkette wieder beim Kern.
  • Schreibe jede Idee dort auf, wo sie “erscheint”. Lass sie ihren eigenen Platz von selbst finden. Du brauchst dir über die Reihenfolge und Ordnung der Begriffe keine Gedanken zu machen. 
  • Werden während dem Clustering Verbindungen oder Zusammenhänge zwischen einzelnen Ideen für dich erkennbar, kannst du diese mit einer Linie oder einem Pfeil verbinden.
  • Fällt dir vorübergehend nichts mehr ein, versuche noch einige Zeit mit der schreibenden Hand in Bewegung zu bleiben, z.B.  indem du die vorhandenen Kreise noch einmal nachziehst. Oft kommt so noch ein neuer Schwung an Ideen zum Vorschein.
  • Hast du alle Ideen notiert, leg den Stift zufrieden zur Seite. Dein Cluster ist fertig! 🙂
  • Du willst Clustering als Einstieg in das Schreiben nutzen? In diesem Fall hörst du auf zu clustern und fängst an zu schreiben, sobald du eine Idee hast worüber du schreiben möchtest, oder wie du in den Text einsteigen könntest.
Cluster Thema Herbst Treffpunkt Schreiben
Beispiel: Fertiges Cluster zum Thema "Herbst"

So, damit ist die Clustering-Methode kurz erklärt. 🙂 Jetzt bist du dran: clustere los. 

Viel Spaß!

Wenn du noch Fragen hast, schreib sie uns gerne als Kommentar!

Verwendest du die Clustering-Methode regelmäßig oder hast du sie schon ausprobiert? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wann setzt du sie ein?

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Bildquelle: Treffpunkt Schreiben

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