Diverses

Gelesen: “Die Liebe zum Buch / Gebundene Worte”

Geschrieben von Sonja
Bewertung:
3/5

Fazit:

Dieses Buch entstand in einem Schulprojekt. Es ist eine informative Lektüre für Schreibende und Leser*innen, die mehr über die Entstehung von Büchern erfahren wollen. Die kurzen Einzeltexte eignen sich zum zwischendurch Lesen oder vor dem Einschlafen.

Klappentext:

Verschiedene Stimmen aus der Buchbranche erzählen über ihren Alltag, ihre Gedanken oder ihre Anfänge als Autor*in, ihre Liebe zum Buch.

 

Rezension:

Ich wurde durch ein Facebook-Posting des Autors, Andreas Gruber, auf dieses Buch aufmerksam. Die Entstehungsgeschichte finde ich spannend:

Die Liebe zum Buch – Gebundene Worte* wurde von neun Buchhandelsazubis der Abschlussklasse 2021 der Landesberufsschule Bad Malente, im Rahmen einer Projektarbeit, veröffentlicht.

Wir wollen ein Buch herausgeben. Es soll ein Buch über das Buch sein, eine Liebeserklärung an das Buch. Dafür haben wir uns Unterstützung von Menschen, die in der Buchbranche arbeiten, geholt. Daraus ist dieses Buch entstanden.

Auszubildende im Buchhandel

Gesprächspartner*innen:

Die Schüler*innen befragten 39 Personen – Autor*innen, Verlagsmitarbeiter*innen und Buchhändler*innen.

Das Buch beinhaltet daher Texte von Sebastian Fitzek, Stefanie Hasse, Klaus-Peter Wolf, Carina Falke, Verena Petrasch, Marcus Dahmke, Andreas Gruber, Stephan Knösel, Susanne Fülscher, Johanna Just, Anne Freytag, Julia Lange, Anka Willamowius, Alwin Dombetzki, Viktor Dueck, Lina Frisch, Harald Jösten, Ewald Arenz, Sasa Stanisic, Torben Kuhlmann, Christine Bachmann, Daniel Bielenstein, Merle Kaiser, Tina Lohrenz, Viola Brehm, Jürgen Uphoff, Boris Koch, Johanna Danninger, Chantal Schreiber, Karin Müller, Christian Linker, Tobias Elsäßer, Isabel Abedi, Saskia Martens, Deike Wendt, Volker Petri

Dieser Mix an Gesprächspartner*innen garantiert interessante Antworten aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Der prominenteste Interviewpartner ist wohl Sebastian Fitzek, der erfolgreichste deutsche Psychothriller-Autor. Er beantwortet neun Fragen zu seiner Tätigkeit als Schriftsteller, auch eine zum Thema “Planung”.

Ich plane relativ viel. Ich schreibe immer ein Exposé von mindestens 20-30 Seiten, wo ich alle Handlungsabläufe skizziere, auch die Figuren, das Wichtigste in einem Buch.
Hier lege ich eine Legende und eine Agenda fest, ich weiß aber spätestens nach 80 Seiten verselbständigt sich die Handlung. Verselbständigen sich vor allem die Figuren und das ist ein wunderschöner Moment, weil da weiß ich, die Figuren kommen nicht mehr vom Reißbrett, sie haben jetzt ein eigenes Leben.

Sebastian Fitzek, S. 10f

Andreas Gruber, freier Autor aus Wien, berichtet ebenfalls über seinen Planungsprozess:

Vor dreißig Jahren habe ich drauf losgeschrieben und damit ständig Bruchlandungen erlitten. Seitdem plane ich alles sehr akribisch, sogar den Aufbau von wirklich kurzen Kurzgeschichten. An einem Roman-Exposé arbeite ich ca. zwei Monate, erst danach – wenn Handlung, Figuren und Recherchen feststehen – beginne ich mit der eigentlichen Schreibarbeit ...
Außerdem hilft mir das Exposé, nicht in Panik zu geraten, wenn plötzlich Schreibblockaden auftauchen, die ja meistens dann auftauchen, wenn man nicht mehr weiß, wie es weitergeht.

Andreas Gruber, S. 42f

Inhalt:

Für Schreibende werden u. a. folgende spannende Themen in den Interviews behandelt:

  • Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
  • Hatten Sie beim Schreiben ein Vorbild?
  • Mit welcher Figur aus einem Buch würden Sie sich gerne unterhalten?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?
  • Was mögen Sie am meisten, was am wenigsten an Ihrem Beruf?
  • Wie überwinden Sie eine Schreibblockade?
  • Wo kann man ihre Notizen finden?
  • Muss man Schreiben lernen, oder genügt Talent?
  • Woran erkennt man ein gutes Buch?

Lesegefühl:

Die Liebe zum Buch – Gebundene Worte* lässt sich gut zwischendurch lesen, denn die einzelnen Interviews bzw. Beiträge umfassen großteils max. 10 Seiten.

Die Reihenfolge der Texte erscheint “zufällig”, zumindest erkenne ich keinen roten Faden.

Inhaltlich werde ich stets überrascht: Die Überschriften bestehen nur aus den Namen der befragten Personen. Informationen zu deren beruflichem Hintergrund ergeben sich während des Lesens bzw. werden erst am Ende des Beitrags offengelegt.

Mich interessieren vor allem die Aussagen der Autor*innen, die Einblick in ihre Schreibtätigkeit geben. Ich kann Anregungen für meinen eigenen Schreibprozess mitnehmen (vgl. z. B. die o. a. Zitate).

Die sprachliche Ausdruckweise variiert von Beitrag zu Beitrag: Manche Interviewten antworten kurz und pointiert, andere ausschweifender, wieder andere drücken sich bildhaft aus. Unterschiedliche Sprach- und Schreibstile werden spürbar.

Bzgl. Rechtschreibung und Zeichensetzung finden sich einige Hopplas. Vielleicht erging es den Schüler*innen,  wie manchen Autor*innen: Plötzlich ist Abgabetermin, früher als gedacht – aber das ist nur eine Vermutung 😉 .

 

Ich wünsche dir unterhaltsame Lesestunden und inspirierende Momente mit diesem Buch!

Lass mich gerne wissen, wie es dir gefallen hat, und schreibe mir einen Kommentar. Vielen Dank.

PS: Diese Bücher könnten dich auch interessieren:

Eckdaten:

Taschenbuch: 236 Seiten

Verlag: BoD – Books on Demand

Erscheinungsdatum: 11.05.2021

ISBN: 978-3-7534-1700-4 

Preis: EUR 7,00 [A]

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Bildquelle: Treffpunkt Schreiben, Buchcover

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