Kreatives Schreiben

Inspiration – 70 Zitate von bekannten Autor*innen übers Schreiben

Geschrieben von Sonja

Seit mehreren Jahren notiere ich Aussagen von Autor*innen, die mich ansprechen in meinem Notizbuch. In diesem Beitrag teile ich einen Auszug davon – 70 Zitate – mit dir.

Mein aktuelles Lieblingszitat lautet:

Es gibt Leute, die nachdenken, um zu schreiben.
Wieder andere schreiben, um nicht nachdenken zu müssen.

Charles Joseph Fürst de Ligne

Lass dich mit Zitaten zu folgenden Themen inspirieren:

Schreibmotivation, Ideenfindung, tägliches Schreibpensum, Schreiborte, Schreibstil, Schreibprozess, Figurenentwicklung, Schreibblockaden, Schreiben als Ressource, Erfolg als Autor*in

Lerne die lukrativste Textsorte kennen und erfahre, weshalb die Autorin – Hillary Mantel – der sauberste Mensch ist, den man sich vorstellen kann 😉 und vieles mehr.

Viel Spaß beim Lesen!

PS: Übrigens Stephen King meint, wer keine Zeit zum Lesen hat, hat auch keine Zeit zum Schreiben.

Schreibmotivation

  • Ich bin Schriftsteller geworden aus Liebe zur Welt und den Menschen und nicht, weil ich mich berufen fühle, zu verfluchen und anzuprangern. (Albert Camus)
  • Schreibe zum Vergnügen und veröffentliche für Geld. (Alexander Puschkin)
  • Für mich ist ein leeres Blatt das Paradies. (Uli Brée)
  • Ich war immer der Meinung, dass das Texten von Werbung die zweitprofitabelste Form des Schreibens ist. Die erste sind natürlich Erpresserbriefe … (Philip Dusenberry)
  • Ich mag es, meine Erinnerungen zu verteilen, dann rieseln sie ein bisschen weg. Das ist eine romantische Vorstellung: Bücher sind vom Autor gepackte Päckchen, die man unter die Menschen bringt. (Joachim Meyerhoff, Interview 11.9.2020, Günter Keil, Der Standard)
  • Ich will meine Leser nicht mit hochgeistigen, experimentellen Texten oder intellektueller Sprachakrobatik beeindrucken. Ich möchte interessante schräge Charaktere erschaffen, die in Erinnerung bleiben, spannende Geschichten erzählen, originelle Locations verwenden, in einem zügigen Tempo erzählen aber trotzdem viel bildhafte Atmosphäre beim Leser erzeugen. (Andreas Gruber, Interview 25.2.2019, audible Magazin, Meike Stolp)
  • Schreiben ist für mich ein Mittel, um mit unserer Realität fertig zu werden. Ich nehme mir dabei Themen vor, die mich interessieren. … Ich möchte die Menschen berühren und bewegen, aber sie sollen sich gleichzeitig amüsieren. (T. C.Boyle, Interview 29.3.3021, Augsburger Allgemeine, Rüdiger Sturm)
  • Ich erschaffe das Buch, das ich selbst lesen will und folge dafür meinem eigenen Geschmack. Das ist, was ich mag. Man hofft, dass andere Leute denselben Geschmack haben. (Dan Brown, Interview 19.11.2013 Märkische Allgemeine)

Ideenfindung

  • Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat. (Mark Twain)
  • Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen! (Oscar Wilde)
  • Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat. (Wilhelm Busch)
  • Mein wichtigster Tipp: Lass Dich von der Realität inspirieren! In fast jedem Menschen, den man kennenlernt, steckt auch eine gute Geschichte. (Sebastian Fitzek, Masterbook)

Schreiborte

  • Zum Schreiben brauche ich eine Stadt, in der es innerlich tobt, zum Beispiel New York oder Graz. (Wolfgang Bauer)
  • Mein Wecker geht um sechs, und dann kommt mein Mann und bringt mir Kaffee. Er hebt meinen Kopf vom Kissen, schiebt mir ein zweites Kissen unter, legt mir den Laptop auf den Schoß und sagt: „Los!“ Wirklich! (Jojo Moyes, Interview 25.7.2014, Frankfurter Allgemeine, Katrin Hummel)

Schreibstil

  • Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • In der Kürze liegt die Würze. (William Shakespeare)
  • Ich glaube, man schreibt immer wieder das gleiche Buch. (Françoise Sagan)
  • Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige. (Voltaire)
  • Das gute Ausdrucksvermögen kann sich ein Schriftsteller nur dadurch erhalten, dass er es nicht missbraucht. (Erich Fried)
  • Wenn einem Autor der Atem ausgeht, werden die Sätze nicht kürzer, sondern länger. (John Steinbeck)
  • Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze Sätze einfallen. (Ernest Hemingway)
  • Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt. (Karl May)
  • Wenn Sie keine Zeit zum Lesen haben, haben Sie auch keine Zeit zum Schreiben (und auch nicht das Werkzeug!)(Stephen King, S. 179)
  • Ich glaube, beim Schreiben besteht die größte Herausforderung darin, eine eigene Stimme zu finden. Schreiben Sie, was Ihnen Spaß macht. Denn mal ehrlich – wenn Sie so viel Zeit damit verbringen, sollte es etwas sein, an dem Sie Freude haben und dem Sie auch gewachsen sind. (Sophie Kinsella, Tipps für angehende Bestseller-Autoren)
  • Es gibt wahrscheinlich keine Geschichte auf der ganzen Welt, die jedem gefällt. Für den einen ist es die beste Geschichte, die er jemals gelesen hat. Für den andern ist es purer Schrott. Die Geschmäcker sind extrem verschieden, und das ist auch gut so. (Roman Klementovic, Interview 25.8.2020, Talkaccino-Blog)
  • Ich habe das Schreiben eigentlich erst während des Schreibens gelernt. Davor war ich mehr der Leser. (Anna Todd, Interview, Jolie.de 7.7.2015)

Schreibpensum

  • Ich nehme mir vor, zehn Seiten pro Tag zu schreiben, das sind um die 2.000 Wörter. Über einen Zeitraum von drei Monaten ergibt das 180.000 Wörter, eine ordentliche Länge für ein Buch. (Stephen King)
  • Irgendwann bat mich mein Verlag, weniger zu schreiben. Oder langsamer. Oder mir ein Hobby zuzulegen. Aber wie soll das gehen? Da haben wir eben das Pseudonym J. D. Robb erfunden, unter diesem Namen veröffentliche ich Science-Fiction-Thriller. (Nora Roberts, Interview Focus Magazin Nr. 2/2016)
  • Die Muse küsst dich nicht einfach so. Sie kommt nicht um die Ecke und sagt: „Gemma a bisserl schmusen?“ Kreativität ist Arbeit. Als Autor muss ich mich hinsetzen, den Moment überwinden, in dem mir der Hintern weh tut, und schreiben. Es ist unterschiedlich, wie viele Seiten ich pro Tag schaffe. (Thomas Raab, Interview 3.5.2017, Tiroler Tageszeitung, Miriam Hotter)
  • Wenn es nach meiner internen Statistik geht, schreibt man für jeden Roman wahrscheinlich auch einen, den man wegwirft. (Cornelia Travnicek, Interview 8.6.2020, Talkaccino-Blog)

Schreibprozess

  • …wenn ich anfange zu schreiben, ist ein ganz ein grober Plot vorhanden, ganz eine grobe Skizze, alles andere … diese ganzen Randstränge, diese privaten Geschichten …, das passiert alles unter dem Schreiben, da habe ich überhaupt gar keine Idee. (Rita Falk, audible Magazin 2019)
  • Ich habe festgestellt, dass es erstaunliche Vorteile hat, den ersten Entwurf aufzunehmen. Wenn man die Dialoge des Buches einspricht, bemerkt man Mängel sofort: Was sich abgedroschen und klischeehaft anhört, wird sofort gestrichen. (Lucinda Riley)
  • Ganz besondere Texte entstehen durch längeres Feilen. Man streicht bestimmte Wörter, die einem noch nicht gefallen, so lange durch, bis man sie durch Wörter ersetzt hat, die genau passen. (Hanns-Josef-Ortheil, S. 170)
  • Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar! (Astrid Lindgren)
  • Ich habe sehr viel zu tun, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor. (Bertolt Brecht)
  • Mach nicht mittendrin schlapp. Wenn du dich im Plot verloren hast oder du nicht weiter weißt, verfolge deine Schritte zurück, bis dahin, wo du falsch abgezogen bist. Dann nimm die andere Route. Und/Oder ändere den Charakter. Ändere die Zeitform. Ändere die erste Seite. (Margaret Atwood)
  • Jedes gute Buch schreibt sich von selbst, man darf es nur nicht dabei stören. (Patricia Highsmith)
  • Man kann gar nicht offline genug sein beim Schreiben. Sonst klickt man bei der ersten Schwierigkeit auf »News« und guckt, was in der Welt passiert. Aus diesem Grund schreibe ich seit ein paar Jahren wieder mit der Hand. Jonathan Franzen zum Beispiel ließ sogar seinen Arbeitslaptop von einem Techniker so manipulieren, dass man damit überhaupt nicht mehr ins Internet kommt. (Daniel Kehlmann, Interview 4.9.2013, Süddeutsche Magazin, Michael Ebert und Sven Michaelsen)
  • Ein guter Lektor ist wie eine Hebamme. Die will nicht ihr eigenes Kind zur
    Welt bringen, die will, dass du dein Baby zur Welt bringst. Gesund, munter und wunderschön (Sebastian Fitzek, Online Autorenmesse 2017 veranstaltet von Jurenka Jurk)

Figurenentwicklung

  • Die Figuren müssen sprechen – nicht der Autor. (Diana Hillebrand, Online Autorenmesse 2017 veranstaltet von Jurenka Jurk)
  • Jede Haltung und jede Aktion einer Figur muss einleuchtend motiviert sein. (Gustav Ernst & Karin Fleischanderl, Romane schreiben, 2019, S. 142)
  • Ich schreibe, wenn mir danach ist. Geschichten erzählen ist ganz schön anstrengend – was den Figuren passiert, passiert auch mir, ihre positiven und negativen Gefühle empfinde ich ganz genauso. So muss das sein, sonst schreibe ich nicht (Elena Ferrante, S. 64 Mein kreatives Geheimnis sind bequeme Schuhe)
  • Bei mir sind die Namen so wichtig, die hab ich immer bevor ich überhaupt das Ding zu schreiben beginn, weil den Namen hab ich dann die ganze Zeit im Kopf. (Bernhard Aichner, Das K, Podcast #3 Wie schreibt man einen Bestseller)
  • Wenn es Zeit ist, etwas über den Beziehungsstatus zu verraten, kann ich über Zahnpastatuben schreiben oder auch eine Sexszene, die mir das verrät. (Ines Witka, Online Autorenmesse 2019 veranstaltet von Jurenka Jurk)
  • Für einen spannenden Konflikt sind immer zwei ebenbürtige gleich starke Figuren notwendig. (Gustav Ernst & Karin Fleischanderl, Romane schreiben, 2019, S. 81)

Schreibblockaden

  • Duschen hilft übrigens auch gegen Schreibblockaden. Ich bin der sauberste Mensch, den man sich vorstellen kann. (Hillary Mantel, Mein kreatives Geheimnis sind bequeme Schuhe, S.2019, 172)
  • Wenn dir der erste Satz nicht einfällt, fang mit dem zweiten an. (Ildiko von Kürthy)
  • Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen. (Marcel Reich-Ranicki im “Literarischen Quartett” am 15. Dezember 1994)
  • Wenn ich mich nachmittags an meinem Schreibtisch trotz reichlich Koffeinzufuhr nicht konzentrieren kann, benutze ich die App State: Breathing. Sie bringt einem bei, Körper und Geist durch Atmung in einen produktiveren und kreativeren Zustand zu versetzen. (Melanie Raabe)
  • Der Schlüssel zum Schreiben ist, nicht nachzudenken, um die Inspiration nicht zu unterbrechen. Probier es aus: Schreib los. Jetzt! (Doris Dörrie)
  • Die große Angst vor dem weißen, leeren Blatt Papier halt ich für sehr übertrieben. (Christine Nöstlinger)

Schreiben als Ressource

  • Es gibt Leute, die nachdenken, um zu schreiben. Wieder andere schreiben, um nicht nachdenken zu müssen. (Charles Joseph Fürst de Ligne)
  • Ein Schriftsteller, der kein Tagebuch schreibt, ist irgendwie schief gewickelt, mit dem stimmt was nicht. (Walter Kempowski)
  • Ich brauchte das Schreiben als Ventil, als Unterhaltung, als Befreiung. Als Sicherheit. Ich brauchte sogar die verdammte Arbeit, die es mir machte. (Charles Bukowski)
  • Bringe deine ehrlichsten Gedanken zu Papier. Schreib wie dir der Schnabel gewachsen ist. Erlaube dir Gedankensprünge und freie Assoziationen. (Mark Levy, Geniale Momente, Mides Verlag, 2002)
  • Worüber man nicht reden kann, darüber kann man schreiben. Ein “Wortkorsett” macht Schmerzen erträglicher. (Birgit Schreiber, Psychologie Heute Juli 2014)

Erfolg als Autor*in

  • Erfolg hat drei Buchstaben: TUN! (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Der Erfolg über Nacht dauert Jahre. (Lutz Kreutzer, Online Autorenmesse 2019 veranstaltet von Jurenka Jurk)
  • Zunächst ist die Wirksamkeit eines Schriftstellers dadurch bedingt, dass er den Ruf erlangt, man müsse ihn lesen. (Arthur Schopenhauer)
  • Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange. (George Bernard Shaw)
  • Ein Leser hats gut: er kann sich seine Schriftsteller aussuchen. (Kurt Tucholsky)
  • In der Stunde des Lesens hat der Autor die Seele des Lesers in seiner Gewalt. (Edgar Allan Poe)
  • Wann ist eine Geschichte eine gute Geschichte? Wenn sie gebaut ist wie das Leben. (Michael Köhlmeier in Abendland, Hanser 2007)
  • Der durchschnittliche Mensch hat vier Ideen im Jahr, von denen eine ihn zum Millionär machen könnte, wenn er sie umsetzen würde. (Brian Tracy)
  • Viele Leute arbeiten hart, um Schriftsteller zu werden. Und natürlich ist es auch nicht leicht. Aber in meinem Fall war das so. Ich habe etwas geschrieben, ich habe es an einen Verlag geschickt, sie haben es verlegt, und es hat sich 100.000-mal verkauft. Also war ich Autor. (Haruki Murakami, Interview 9.10.2016, Spiegel, Claudia Voigt)
  • Wir sind so eitel, dass uns sogar die Meinung derer kümmert, die uns nicht kümmern. (Jane Austen)
  • Ich glaube nicht, dass Menschen etwas Perfektes herstellen können. (Sibylle Berg, Interview Edition F 13.2.2021,
  • Man muß bezaubern, wenn man etwas Wesentliches bekommen will. (Franz Kafka)
  • Ich habe kein Rezept, und ich folge auch nicht irgendeiner bestimmten Strategie. Mir ist es wichtig, meine Leser zu fesseln, aber ich muss beim Schreiben auch selbst Spannung empfinden, jedes Mal das Gefühl haben, etwas Neues zu machen. Immer demselben Muster zu folgen würde mich langweilen, und dann würde die Geschichte am Ende nicht funktionieren. Wenn das bedeutet, dass ich an “Tempo und Spannung zulege” – umso besser! (Charlotte Link, Interview)
  • Das nächste Buch kommt einem immer vor, als wäre es einfacher, als das, was man gerade schreibt. (Rebecca Gablè, Online Autorenmesse 2019 veranstaltet von Jurenka Jurk)

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Bildquelle: Canva Treffpunkt Schreiben

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