Kreatives Schreiben

Gelesen: Bücher für Krimiautor*innen und Neugierige

Sonja
Geschrieben von Sonja

„EINS VORWEG: Ich bin kein gewalttätiger Mensch. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich zum Beispiel in meinem ganzen Leben noch nie geprügelt. Und den ersten Menschen habe ich auch erst mit zweiundvierzig Jahren umgebracht. Was, wenn ich mich so in meinem heutigen Umfeld umsehe, eher spät ist. Gut, in der Woche darauf, hatte ich dann schon fast das halbe Dutzend voll.“

Karsten Dusse

Dieses Zitat stammt aus einem meiner aktuellen Lieblingskrimis: „Achtsam morden“. Ich lese gerne Kriminalromane und irgendwann hatte ich die Idee selbst einen zu schreiben. So kam es, dass Veronika und ich uns in einem Krimischreibworkshop kennengelernt haben. Seitdem morden wir regelmäßig, allerdings nur am Papier 😉.

Und du?

Magst du Krimis, egal ob in Buchform oder als Film/Serie?

Hast du auch schon mal daran gedacht, selbst einen Krimi zu schreiben?

Wir empfehlen dir: Probiere es aus!

In diesem Beitrag stellen wir dir drei Bücher vor, die dich beim Krimi schreiben unterstützen können.

Viel Spaß beim Lesen!

Crime 

Bewertung:
4/5

Eckdaten:

Titel: Crime. Kriminalromane und Thriller schreiben* 

Autor: Larry Beinhart

Verlag: Autorenhaus Verlag GmbH

Veröffentlichung: 3. Auflage, 2015

Seitenanzahl: 235

ISBN: 978-3-932909-50-4

Preis: EUR 17,30 [A]

Klappentext:

„Wie Kriminalromane und Thriller geschrieben werden erläutert Larry Beinhart auf ebenso spannende wie auch lehrreiche Weise.“ (das Magazin)

„Ein aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen für Krimiautoren und Krimifans.“ (Informationsdienst für Bibliotheken)

„Was mich ermutigte Schriftsteller zu werden, waren zwei unglaublich miese Krimis, die ich an ein und demselben Tag las. Nach dieser Lektüre war ich überzeugt davon, dass auch ich Krimis schreiben konnte. Solange Sie also im ersten Kapitel jemanden umbringen und dem Leser am Ende verraten, wer es getan hat, sind Sie auf dem richtigen Weg."

Larry Beinhart

Rezension:

Larry Beinhart behandelt in seinem Buch „Crime Kriminalromane und Thriller schreiben“, u.a. folgende für dieses Genre relevanten Themenbereiche:

Plot, Handlungs- und Szenenaufbau, Cliffhanger, Recherche, Figurenentwicklung, Erzählperspektive, Dialoge schreiben, Sex’n Crime, Gewalt.

Ergänzend gibt er allgemeine Empfehlungen für „besseres Schreiben“ und beschäftigt sich mit der Frage „ob ein angehender Schriftsteller sein Handwerk von Lehrern für kreatives Schreiben oder aus Fachbüchern erlernen kann? Oder es sinnvoller ist, die Bücher wegzuwerfen und es einfach zu versuchen?“

Jedes, der 24 Kapitel beginnt mit einer inhaltlichen Erklärung des Themas, diese fällt teilweise kurz aus bzw. setzt der Autor fachspezifisches Wissen voraus. Schreibeinsteiger*innen könnten dadurch überfordert werden.

Highlights:

Larry Beinhart untermauert seine Empfehlungen mit Textbeispielen namhafter Krimiautor*innen, wie z. B. John Le Carré, Ian Fleming, John Grisham, Scott Turow u. a. Diese Praxis-Textbeispiele sind ein klarer Pluspunkt und ein Unterscheidungsmerkmal zu zahlreichen anderen Krimi-Schreibratgebern am Markt. Die Checkliste für die Ausarbeitung einer Charakterbiografie ist ein weiteres Highlight für mich, ein gutes Tool zur Figurenentwicklung.  

Larry Beinhart ist davon überzeugt, dass es einen Markt für Kriminalromane gibt. In seinem Buch motiviert er die Leser*innen mit dem Schreiben zu beginnen.

Von Arsen bis Zielfahndung

Bewertung:
4.5/5

Eckdaten:

Titel:  Von Arsen bis Zielfahndung. Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige*

Autor*in: Manfred Büttner, Christien Lehmann

Verlag: Ariadne (Leit)Faden

Veröffentlichung: 4. Auflage, 2018

Seitenanzahl: 250

ISBN: 978-3-88619-720-0

Preis: EUR 20,40 [A]

Klappentext:

Leichen, Kripo, Asservate … Wie genau verläuft eigentlich eine Obduktion? Wer stellt Haftbefehle aus? Wofür ist eine Staatsanwältin zuständig? Welches Gift wirkt wie? Lisa Nerz Schöpferin Christine Lehmann und Fahnder Manfred Büttner stellen ein einmaliges Arsenal an Fakten zur Verfügung, das den Sinn fürs Realistische schärft und dabei noch unterhält. 

Von der korrekten Art, Funksprüche abzusetzen, über eine Auflistung, welche Abteilung wann am Tatort eintrifft, bis zur Besoldung der Polizei: zuverlässig recherchierte, griffig aufbereitete Fakten, übersichtlich präsentiert und witzig garniert mit Beispielen aus Buch und Film. Unverzichtbares Arbeitsmaterial für Autorinnen und ein spannender Streifzug für Fans morbider Einzelheiten.

Rezension:

Die Krimiautorin Christine Lehmann und Manfred Büttner, Ermittler in Wirtschaftsstrafsachen bringen in diesem Handbuch sowohl ihr fachliches Know-how als auch ihre Erfahrungen aus der Praxis ein.

Das Buch ist in acht Themenbereiche untergliedert: Das Mordmotiv, der Mord, die Ermittlungen, die Leiche, die Fallanalyse, die Ermittler, Wirtschaftsverbrechen und Zwangsmaßnahmen.

Das Autorenduo stellt statistisches Datenmaterial zur Verfügung, erläutert rechtliche Hintergründe und räumt mit falschen Fakten auf, z. B.:

 

„Im Grunde tun Krimiautorinnen das, was auch Profiler tun: Sie erforschen Lebenssachverhalte und stellen sie dar. Sie fragen: Wie ist der Täter und wie ist der Fall gestrickt? Nur dass Profiler Statistiken bemühen und wir Autorinnen normalerweise unser psychologisches Einfühlungsvermögen. Ein Problem stellt sich für Krimiautorinnen außerdem: In Deutschland gibt es keine Profiler. Jedenfalls nicht die, die wir aus amerikanischen oder englischen Krimis kennen.“

Manfred Büttner, Christine Lehmann

Bitte beachten, dass viele Daten/Paragraphen für Deutschland gelten, bei Tatorten in anderen Ländern ist daher leider zusätzliche Recherche notwendig.

Highlights:

Als Krimileser*in glaubt man/frau zu wissen wie Ermittlungen ablaufen – das Autorenduo beschreibt die Wirklichkeit: Es braucht 12 Ermittlungsschritte, diese zu kennen erleichtert das Schreiben eines Kriminalromans. Die ersten sechs lauten: 

  1. Der Tote wird gefunden
  2. Erster Angriff der Polizei
  3. Die Kriminalpolizei übernimmt
  4. Kriminaltechnik vor Ort
  5. Die Staatsanwältin erscheint
  6. Abtransport der Leiche …

Im Kapitel „Der Mord“ finden sich spannende Detailinformationen zu Todesursachen, z. B. eine kleine Giftkunde oder Erläuterungen zu Wasserleichen, u. v. a. m. Manche Schilderungen sind nichts für leere oder empfindliche Mägen 😉.

Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben

Bewertung:
3/5

Eckdaten:

Titel:  Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben*

Autor: Henrik Lange

Verlag: Goldmann Verlag

Veröffentlichung: Deutsche Erstausgabe,2016

Seitenanzahl: 160

ISBN: 978-3-442-15892-8

Preis: EUR 9,99 [A]

Klappentext:

Der perfekte Krimi beginnt mit einem Mord. Der schrullige Kommissar setzt alles daran, den Täter aufzuspüren. Ignorante Vorgesetzte, neugierige Journalisten und schlechte Wetterbedingungen behindern ihn dabei. Heiße Spur, falsche Fährte und persönliche Krise kommen dem Helden in die Quere. Doch dann: großer Show-down, Fall geklärt. 

„Niemand, der einen Krimi zur Hand nimmt, erwartet eine literaturnobelpreisverdächtige Lektüre. Versuchen Sie es also gar nicht erst.“

Henrik Lange

Rezension:

Henrik Lange empfiehlt bereits zu Beginn die eigene Erwartungshaltung zu hinterfragen. In seinem Buch „Wie sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben“ geht er einen ungewöhnlichen Weg Kriminalautor*innen die „erforderlichen Zutaten für eine spannende Erfolgsstory“ zu vermitteln.

Er tut dies, indem er den typischen Ablauf einer Kriminalgeschichte darstellt, wobei darstellt wörtlich zu verstehen ist, denn er wählt dazu Cartoons, die er mit kurzen, pointierten Texten ergänzt.

Das Cover, beschäftigt sich z. B. mit der Figurenentwicklung, es zeigt und beschreibt einen fiktiven Kommissar: “kann verkatert am besten denken, Narbe aus früherem Einsatz, Blick wie ein Hundewelpe und gleichzeitig irgendwie eiskalt, raucht, will aber aufhören, immer schlecht rasiert, verflucht guter Liebhaber 😉 . 

Ich musste beim Lesen/Durchblättern immer wieder schmunzeln. Henrik Lange nimmt die Krimiszene liebevoll aufs Korn – bei einer Schreibblockade empfiehlt er folgendes:

„Für ein bisschen psychologische Tiefe in ihrem Krimi lassen Sie Ihren Leser zu irgendeinem Zeitpunkt einfach an den Gedanken des Mörders teilhaben. Funktioniert auch bei einer Schreibblockade oder wenn der Lektor mehr Seiten verlangt.“

Sein PR-Tipp für Autor*innen lautet:

„Wenn Sie nicht gleich nach ihrem ersten Buch den Job kündigen und in den Süden ziehen können, dann gilt es, das Ganze noch einmal von vorn und diesmal richtig anzugehen. Denn eigentlich sollten bereits nach dem ersten Buch Verfilmungen, Kochbücher, Vorgeschichten und Folgebände, Hörbücher, Übersetzungen, … ganz von allein kommen. Der Trick dabei ist: Erzählen Sie allen, dass sie nur sieben Bücher schreiben möchten. Danach werden die Leser schier verrückt vor Freude sein, wenn sie noch drei weitere schreiben. Aber nie mehr als zehn, das wäre ungehörig – und sie würden als Buchfabrik angesehen werden.“

Die Bezeichnung Buch finde ich nicht passend, für mich ist es ein kurzweiliger, unterhaltsamer Comic, der rasch gelesen ist. Im Zentrum stehen die Cartoons.

Wer einen klassischen Ratgeber erwartet, wird enttäuscht sein. 

(Anmerkung: aktuell nur als E-Book erhältlich)

Interessiert dich eines dieser Bücher? 

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Bildquellen: Treffpunkt Schreiben

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2 Kommentare

  • Danke für die Anregungen. Ich lese gerade (bin mittendrin) Elizabeth George: Mastering the Process. From Idea to Novel. Da erklärt sie anhand ihres Krimis “Careless in Red” wie sie den Prozess des Schreibens meistert, den Plot und Charaktere entwickelt, die Recherche als Basis und Unterstützung für den Schreibprozess. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach nicht nur für das Schreiben von Krimis oder Thriller sondern auch für Romane.

    • Liebe Gabriele,
      vielen Dank für deine Buchempfehlung – klingt sehr spannend – habe es gleich auf meine “Unbedingt-noch-lesen-Buch-Liste geschrieben.
      Alles Liebe,
      Sonja & Veronika

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