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Schreibwettbewerbe – warum du teilnehmen solltest!

Sonja
Geschrieben von Sonja

Bei Schreibtreffs und in Schreibgruppen sind Schreibwettbewerbe häufig Thema. Das klingt dann in etwa so:

  • „Hast du schon mal an einem Schreibwettbewerb teilgenommen?“ Wirklich!? Und, hast du gewonnen?“
  • „Weiß jemand welche Schreibwettbewerbe es aktuell gibt?“
  • „Habt ihr schon die Ausschreibung vom XY Wettbewerb gesehen? Nehmt ihr teil?“
  • „Hast du schon gehört Veronika, die mit uns im Seminar war, hat bei einem Schreibwettbewerb gewonnen.“

Ich habe selbst, bereits an einigen Wettbewerben teilgenommen.  Mein bisher größter Erfolg war der 3. Platz bei der Tatort Grätzl-Ausschreibung.

Es war mein erster Versuch und ich hatte nicht damit gerechnet unter den Gewinner*innen zu sein. ‘Ich freute mich sehr. Als ich meinen Text in der Kriminacht im Wiener Kultcafé Korb vorlesen durfte, war ich sehr aufgeregt. Heute, denke ich gerne an diesen besonderen Abend zurück und an das schöne Gefühl die Anthologie* mit meiner Geschichte in Händen zu halten. 

Weshalb rate ich dir an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen?

  1. Du schreibst. Mal ehrlich, darum geht es doch vor allem, oder?
  2. Du brauchst dir keine Gedanken über das Thema machen, über das du schreiben möchtest. Das Argument: „Ich weiß nicht worüber ich schreiben soll“, hast du damit schon entkräftet.
  3. Du hast einen Grund eine Geschichte wirklich zu Ende zu schreiben, denn nur dann kannst du sie einreichen.
  4. Du hast eine Deadline.
  5. Du hast die Chance auf eine Veröffentlichung.
  6. Du erhöhst deinen Bekanntheitsgrad im Falle eines Gewinns/einer Veröffentlichung und kannst diesen Erfolg in deiner Vita angeben.
  7. Es macht Spaß.
  8. Bei einem Schreibwettbewerb zu gewinnen, tut deinem Schreiber*innen-Selbstvertrauen gut und falls es nicht klappt? Einfach weiter versuchen!
  9. Prokrastination: Du hast einen Grund nicht an deinem aktuellen Schreibprojekt zu arbeiten 😉.
  10. Du kannst vorhandene Texte (eventuell mit einer kleinen Überarbeitung) „verwerten“.
  11. Du lernst, dich an Rahmenbedingungen zu halten, insbesondere betreffend Textumfang.
  12. Du kannst Preisgeld, Stipendien, Veröffentlichungen gewinnen.
  13. Manchmal bekommst du Feedback zu deinem eingereichten Text.
  14. Du kannst Kontakte knüpfen, die künftig für dich als (angehende/r) Autor*in hilfreich sein können. (Siehe dazu unseren Beitrag: „Autor*innen im Gespräch 3: Lena Raubaum“)

Stimmen von Teilnehmer*innen an Wettbewerben –  zu deren Motivation

„Dass ich immer wieder gerne an Schreibwettbewerben teilnehme, hat mehrere Gründe: Die Arbeit an meinem großen Memoir-Projekt läuft nicht immer so, wie ich mir das vorstelle, und wirkliches Weiterkommen ist hier für mich oft schwer erkennbar. Daher liebe ich es, mich hie und da von Wettbewerbsthemen zum Schreiben von neuen - in der Regel eher kürzeren - Texten inspirieren zu lassen. Das erfrischt mich schreiberisch und hat den Vorteil, dass es mir auf diese Weise gelingt, kleinere Texte auch wirklich fertigzustellen und somit ein persönliches Erfolgserlebnis zu haben. Ob ich gewinne oder nicht, ist für mich dann gar nicht so wichtig, wenn auch ein Anreiz. Schreibwettbewerbe sind außerdem gute Gelegenheiten, bereits verfasste Texte, wenn sie zu Thema und Längenvorgabe passen, einzusenden und somit der Prüfung durch eine Jury zuzuführen!“
Andrea Schmidbauer (Beitrag in der Anthologie zum Bubenreuther Literaturwettbewerb 2020 und Kurzgeschichte (Buschwindröschen!) in der Anthologie "Im Zaubergarten der Worte", R.G. Fischer Verlag)
„Meine Motivation: Mit meinen Zeilen möchte ich schöne Gefühle und gute Emotionen bei Menschen auslösen. Je mehr Menschen ich damit erreiche, umso schöner finde ich das. Durch Schreibwettbewerbe kann die Reichweite sprunghaft steigen. Im besten Fall werde ich sogar „entdeckt“ 😇.
Klaus Rafenstein (2x teilgenommen bei story.one Bezirksblatt und 2x ins Bezirksblatt-Buch geschafft)
„Der Wettbewerb "Gesund Schreiben" vergangenes Jahr war große Motivation, meine Memoir-Fragmente in Form zu bringen. Und der Wettbewerb "Postkarten-Krimi" war sehr motivierender Schreibimpuls, weil überschaubare Projektgröße. Wenn ich interessante Wettbewerbe in der ferneren Zukunft sehe (auf Eurer sehr hilfreichen Liste!!!) setze ich mir 1 bis 2 Monate vorher im Kalender einen Reminder. Somit poppte z.B. vergangenes Wochenende der Reminder "Märchen überarbeiten" für mich überraschend auf und damit zwinge ich mich selber gezielter zu überlegen, etwas einzureichen. Wettbewerbe "lohnen" sich für mich nicht im Sinne von "etwas gewinnen", sondern eher als Schreibanregung, als von außen vorgegebene Deadline, die einen in Gang setzt oder als Anreiz etwas bereits früher Geschriebenes mit neuem Blickwinkel zu überarbeiten.“
Susanne_Buchberger
Susanne Buchberger (Teilnehmerin Wettbewerbe"Gesund Schreiben" und "Postkarten-Krimi")

„Und zum Schluss gewinnt sowieso der Fitzek!“ – Kritische Stimmen

Auf Treffpunkt Schreiben geben wir unterschiedlichen Sichtweisen eine Chance, deshalb wollen wir dir auch das Video der SchreibDilettanten mit dem Titel „Literaturwettbewerbe, lohnen sie sich?“ vom 25.02.2020, nicht vorenthalten 😉.

“Die SchreibDilettanten sind die Autoren Axel Hollmann und Marcus Johanus. Zusammen moderieren sie seit mehr als dreihundert Folgen den gleichnamigen Autoren-Channel, in dem sie rund um das Schreiben und Veröffentlichen von Romanen plaudern und Fragen der Community beantworten” (Quelle: Webseite SchreibDilettanten). In dieser Folge erörtern sie die Pros und Contras von Schreibwettbewerben. 

Wo findest du Wettbewerbsausschreibungen?

Falls du jetzt denkst,”ich weiß ja gar nicht welche Wettbewerbe es aktuell gibt”, dann können wir dir helfen:

Schau dich in unserer Wettbewerbsliste um.

Dort findest du Angaben zu Schreibwettbewerben im deutschsprachigen Raum. Wir aktualisieren die Liste laufend. Die Abgabetermine der Ausschreibungen reichen weit in die Zukunft, damit du besser planen kannst. Am besten du schaust immer mal wieder vorbei – dann verpasst du künftig keine Ausschreibung mehr 😉.

Wie triffst du eine Auswahl?

  • Entscheide dich für eine Textsorte (Prosa oder Lyrik oder Kurzgeschichte oder…)
  • Welches Thema interessiert dich, spricht dich spontan an?
  • Beachte den Zeitfaktor: wie sieht es mit deinem aktuellen Zeitbudget zum Schreiben aus? Welcher der ausgeschriebenen Wettbewerbe passt dazu?
  • Entscheidungen treffen ist nicht so deine Stärke? Dann nehmen wir dir diese Entscheidung ab: Schreibe einen Text zur zehnten Ausschreibung, in unserer Wettbewerbsliste. Die Teilnahmebedingungen passen nicht?  Nimm den nächsten Wettbewerb in der Liste, bei dem du die Bedingungen erfüllst.

TIPP:

Schreibwettbewerbe sind üblicherweise kostenlos. Wenn du einen Beitrag bezahlen musst oder die Veröffentlichung deines Textes mit einer Mindestabnahme (Bücher) deinerseits verbunden ist, raten wir von einer Teilnahme ab.

Und, wie siehts aus?

Bist du motiviert an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen oder hast du es schon getan?

Magst du deine Erfahrungen/deine Meinung diesbezüglich mit uns teilen?

Schreib uns einen Kommentar! Wir würden uns freuen 🙂.

Bildquellen: Canva, Treffpunkt Schreiben 

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2 Kommentare

  • Liebe Sonja, liebe Veronika,
    zuerst ein Dankeschön für diesen Blog. Mit Euren Tipps habt Ihr die Motivationsgründe auf den Punkt gebracht. Obwohl ich mit der Teilnahme an meinem ersten Wettbewerb nur die Wartezeit bis zur Antwort eines Verlags auf mein Romanmanuskript überbrücken wollte, sind seitdem in den eineinhalb Jahren rund 60 Beiträge zustande gekommen, die zu 17 Veröffentlichungen in Verlagsanthologien geführt haben – und ein Dutzend Auswertungen steht noch aus. Nicht sicher bin ich mir. ob man dadurch wirklich bekannter wird, denn die meisten Schreibwettbewerbe werden von kleineren Verlagen durchgeführt. Das soll keine Kritik sein, denn ich schreibe aus Freude am Schreiben. Die Erfolge motivieren zusätzlich. Zwei Punkte habt Ihr nicht auf Eurer Liste. Erstens: Das Schreiben eines Wettbewerbsbeitrages erfordert mehr Disziplin als das Schreiben “im stillen Kämmerlein” nur für sich selbst und macht die Geschichte besser. Ich will ja an die Öffentlichkeit, ich stelle mich einer (Fach-)Jury! Da muss ich sorgfältiger sein, gründlicher. Die Wettbewerbsteilnahme als Schreibübung habe ich deshalb auch in einem Presseartikel hervorgehoben. Zweitens: Mit meinen Wettbewerbsbeiträgen fülle ich eigene Anthologien. Die zweite ist voll, ich warte nur noch auf die ausstehenden Wertungen. Ich hoffe, mein Kommentar ermutigt viele Hobbyautoren, die Scheu zu überwinden und – vom Ehrgeiz gepackt – sich beim nächsten Schreibwettbewerb mutig ins Zeug zu legen. Übrigens ein Lob für Eure Liste aktueller Ausschreibungen: Sie ist eine der guten.
    Viele Grüße
    Michael

    • Lieber Michael,
      herzlichen Dank für dein positives Feedback zum Beitrag und dein Lob für unsere Schreibwettbewerbsliste.
      Es freut uns, dass du deine motivierende Erfahrung mit uns und unseren Leser*innen teilst.
      Vielleicht ist das die Inspiration für einige Schreibende ihre Texte doch bei Wettbewerben einzureichen.
      Die beiden zusätzlichen Motivationsgründe: Disziplin & eigene Anthologien sollten wir unbedingt in unserer Liste ergänzen.
      Wir gratulieren dir zu der großen Anzahl an Wettbewerbsbeiträgen und den daraus resultierenden Veröffentlichungen, wir sind beeindruckt – das ist wirklich beachtlich!
      Viel Erfolg mit deiner zweiten eigenen Anthologie und vor allem weiterhin viel Freude beim Schreiben.
      Alles Liebe,
      Sonja

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