Kreatives Schreiben

Erfahrungsbericht: Workshop “Literarische Jahresplanung und Wettbewerbe” (Maike Frie)

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Veronika
Geschrieben von Veronika

Online-Teilnahme von Veronika

am 13.03.2021

Fazit für Eilige:

Ein abwechslungsreicher und motivierender Online-Workshop für alle, die ihre Teilnahme an Schreibwettbewerben und Ausschreibungen intensivieren wollen. Die Trainerin Maike Frie gibt ihre langjährige Erfahrung kurzweilig weiter und hilft, einen persönlichen Jahresplan zu entwickeln.

Warum ich diesen Workshop besucht habe: 

Ich habe schon öfter an Schreibwettbewerben teilgenommen. Um mir Schreibmotivation zu holen und zu schauen, ob etwas “Passendes” für mich dabei ist, werfe ich auch regelmäßig einen Blick auf unsere Wettbewerbsliste.

Mein Vorgehen ist dabei aber sehr ungeplant. Ich folge meinem Bauchgefühl. Das führt häufig dazu, dass mein Text am Ende der Einreichfrist nicht fertig ist und ich das Vorhaben, am Wettbewerb teilzunehmen, wieder verwerfe. Die Idee mich mit einer Jahresplanung auseinanderzusetzen, hat mir daher gut gefallen. Auch folgende Fragestellungen aus der Workshop-Beschreibung haben mich angesprochen. Bei diesen Themen nicht nur nach Bauchgefühl, sondern strategischer vorzugehen, scheint mir sinnvoll 🧐:

  • Welcher meiner Texte passt überhaupt wohin, welche Schwerpunkte haben die Veranstaltenden?
  • Welche Ausschreibungen passen zu mir? 

Gruppengröße: 

Bei dem Online-Workshop gab es drei Teilnehmerinnen. Eine sehr angenehme Gruppengröße. Alle hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und für die Feedbackrunden zu den eingereichten Texten war ausreichend Zeit. 

Die Atmosphäre war sehr konstruktiv und wertschätzend. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl dabei meine Fragen einzubringen und meine Texte zu teilen. 

Ablauf:

Anmeldung und Vorbereitung

Ich habe den Workshop zufällig im Newsletter “The Tempest” entdeckt und mich sehr kurzfristig – nicht einmal eine Woche vorher –  für den Workshop angemeldet. 

Wer sich im Workshop Feedback zu einem eigenen Textauszug (max. 7.500 Zeichen) einholen möchte, hat bis zu 3 Tage vor Workshopbeginn die Möglichkeit, diesen per Mail einzureichen.

Am Tag vor dem Workshop haben ich dann alle eingereichten Texte per Mail erhalten. Dieser Reader war einheitlich formatiert und wurde mit dem Hinweis versandt, dass die gesammelten Texte nur für den Kurs bestimmt sind und vertraulich behandelt werden sollen. Es gab folgenden Leseauftrag:

  • Was ist für euch die stärkste Stelle/Formulierung im Text?
  • Was ist für euch die generelle Stärke des Textes?
  • Notiert euch drei thematische Stichwörter, die euch zu den Texten einfallen!

Einstieg und Vermittlung der Workshop-Inhalte

Der Workshop war von 10 – 16:30 Uhr angesetzt. Aus meiner Sicht ein angenehmer Zeitrahmen für eine Online-Veranstaltung. 

Als Web-/Videokonferenz-Tool wurde jitis Meet verwendet. Bei der gemeinsamen Ideensammlung für aktuelle Ausschreibungen kam das Tool padlet zum Einsatz. Beides hat dank guter Anleitung von Maike reibungslos funktioniert. 

Die Workshop-Inhalte wurden aus meiner Sicht kurzweilig und sehr interaktiv vermittelt. Für Fragen und Diskussion war ausreichend Zeit. Ich habe auf diese Weise stark von den Erfahrungen der anderen Teilnehmerinnen profitiert. Zur visuellen Unterstützung des Vortrags gab es Folien. 

Gemeinsame Ideensammlung zu aktuellen Ausschreibungen

Teil des Workshops war auch die Ideensammlung zu aktuellen Ausschreibungen. Gemeinsam haben wir ein Brainstorming zu einem Flash-Fiction Wettbewerb und der Ausschreibung einer Literaturzeitschrift gemacht. Da die Einreichung beim Flash-Fiction Wettbewerb nur 100 Wörter umfassen sollte, wurden hier auch gleich Rohtexte für Kürzestgeschichten geschrieben und vorgelesen.

Mir hat diese gemeinsame Ideensammlung viel Spaß gemacht. Sie war eine gute Auflockerung zwischen den Vortragsteilen und den Feedbackrunden. Auch dass wir im Workshop eigene Texte entwickelt haben, hat mir gut gefallen. Wer bereits andere Erfahrungsberichte von mir gelesen hat, weiß, dass ich Schreibworkshops dann besonders gut finde, wenn tatsächlich auch geschrieben wird.  👍

Erfahrungsbericht, Treffpunkt Schreiben, Ideen sammeln

Feedbackrunden 

Jede/r Teilnehmer*in des Workshop hat die Möglichkeit, einen Text für eine Feedbackrunde einzureichen. Der Text wird einmal vorgelesen, danach gibt es Rückmeldungen von allen Teilnehmer*innen. 

Ich habe die Feedbackrunden als sehr wertschätzend und konstruktiv erlebt. Dass alle Teilnehmerinnen tatsächlich alle eingereichten Texte in der Vorbereitung auf den Workshop gelesen hatten, fand ich toll. Was mir bei der Rückmeldung etwas gefehlt hat, war Feedback zu Unklarheiten oder konkrete Verbesserungsvorschläge. Um meine Kurzgeschichte weiter zu überarbeiten, wäre es für mich hilfreich gewesen zu hören, wo es noch Stolpersteine oder Längen gibt, wo Formulierungen unklar sind oder wo das Verhalten der Charaktere nicht nachvollziehbar ist. 

Toll fand ich, dass es für jeden Text von Maike einen konkreten Vorschlag gab, bei welchem Wettbewerb bzw. bei welcher Ausschreibung dieser eingereicht werden könnte. Das hat mich meinem Ziel den Text tatsächlich zu finalisieren und einzureichen einen Schritt näher gebracht.

TIPP:

Nutze vor dem Workshop die Möglichkeit, einen eigenen Textauszug einzureichen! Die Textfeedbackrunden sind eine wertvolle Chance, diesen weiter zu verbessern. Das solltest du dir nicht entgehen lassen. Einen konkreten Text vor Augen zu haben, den man einreichen möchte, ist aus meiner Sicht auch für die anderen Teile des Workshops sehr motivierend.

Inhalt:

Der Workshop umfasst folgende Themen:
  • Wie komme ich rein?
  • Literaturzeitschriften und Wettbewerbe
    • Wo erfährt man von Ausschreibungen?
    • Welche Arten gibt es?
    • Wie laufen Literaturwettbewerbe ab?
  • Stipendien
  • Jahresplan erstellen
  • Selbstorganisation Kurz-Geschichten
  • Gemeinsame Ideensammlung für aktuelle Ausschreibungen
  • Feedbackrunden zu den Texten der Teilnehmer*innen

Inhaltlich besonders spannend war für mich die Auseinandersetzung mit der Fragestellung Warum ich gerne an Wettbewerben teilnehmen möchte? Was erwarte ich mir? Was möchte ich gerne erreichen? Diese Fragen habe ich für mich vorher nie konkret beantwortet. Sie sind aber sehr hilfreich, wenn man/frau eine Strategie oder Planung für die eigenen Wettbewerbsteilnahmen erstellen möchte.

So habe ich für mich auch gemerkt, dass es mir vor allem darum geht, Motivation und Ideen für das eigene Schreiben zu bekommen. Der Spaß steht im Vordergrund. 

Ich mag den Zeitraum zwischen der Einreichung eines Textes und der Bekanntgabe des/der Gewinner*innen besonders. In dieser Zeit ist alles möglich, ich finde meine Geschichte (noch) genial und ich kann davon träumen, was passiert, wenn ich gewinne. Wie bei einem Lottoschein vor der Ziehung ;-).

Treffpunkt Schreiben, Erfahrungsbericht, Literarische Jahresplanung, Materialmappe
Die Schokolade und der Tee haben es leider nicht mehr auf das Foto geschafft 😉

Unterlagen/Handouts:

Jede/r Teilnehmer*in bekam vor dem Workshop eine Materialmappe zugesandt. Diese beinhaltete jeweils eine Ausgabe der Magazine Selfpublisher und Federwelt, ein Programm der Schreibwerkstatt Münster, einige hübsche Postkarten, eine Schokolade, einen Teebeutel und eine persönliche Nachricht von Maike. 

Meine Materialmappe hat es aufgrund meiner kurzfristigen Anmeldung leider nicht mehr vor dem Workshop zu mir geschafft. Ich habe sie erste zwei Tage danach erhalten. Trotzdem habe ich mich sehr darüber gefreut.

Nach dem Workshop habe ich die Folien, kurze Skripten zu den behandelten Themen, einen Screenshot der Ideensammlungen, eine Excelvorlage für eine Jahresplanung, und einige Wettbewerbsausschreibungen per E-Mail erhalten. 

Meine Highlights:

  • Dass Maike schon an vielen Wettbewerben und Ausschreibungen erfolgreich teilgenommen hat, merkt man im Workshop sofort. Sie lässt ihre eigenen Erfahrungen und Tipps immer wieder in den Vortrag einfließen. Das war sehr spannend und bereichernd.
  • Ich fand den Aufbau des Workshops gelungen. Ich hatte bei der Anmeldung etwas Angst, dass das Thema “zu theoretisch” wird. Das war aber aufgrund der passenden Mischung aus Vortrag, Feedback und eigenem Schreiben überhaupt nicht der Fall.
  • Maike hatte für jeden eingesandten Texte einen konkreten Vorschlag für die Einreichung parat (inkl. Einreichfrist und Ausschreibungstext). Das war sehr motivierend und brachte mich meiner nächsten Wettbewerbsteilnahme einen entscheidenden Schritt näher.
  • Über die Materialmappe habe ich mich (auch im Nachhinein) sehr gefreut. Da kam gleich ein bisschen “Live-Workshop-Stimmung” auf. 

Meine Wunschliste/Anregungen:

  • Ich habe mich sehr kurzfristig für den Workshop angemeldet. Mir war also klar, dass für die Vorbereitung wenig Zeit bleibt. Der Zeitrahmen für das Lesen der Texte der anderen Teilnehmerinnen war aber extrem knapp bemessen. Ich war froh, dass wir eine kleine Gruppe waren, mehr Texte hätte ich nicht geschafft. Ein Tag mehr für die Lektüre, hätte mir definitiv geholfen.
  • Bei der Feedbackrunde sind alle sehr wertschätzend mit den Texten umgegangen. Ich hatte das Gefühl, dass ich aus den Rückmeldungen einiges mitnehmen konnte. Um den Text “wettbewerbsfit” zu machen, hätte ich ich noch etwas mehr Feedback hinsichtlich Verbesserungspotential gebraucht.
  • Die Herangehensweise eine konkrete Wettbewerbsausschreibung durchzusprechen und dann eine gemeinsame Ideensammlung zu machen, fand ich gelungen. Auch, dass wir zu einem Beispiel sofort einen Rohtext verfasst haben, hat mir gut gefallen. Ich hätte mir hinsichtlich der nächsten Schritte noch etwas mehr Input gewünscht. Wie entscheide ich mich für eine Idee? Was passt “noch” zum Ausschreibungsthema. Soll das Thema der Ausschreibung im Text oder in der Überschrift vorkommen?

Soweit meine Erfahrungen, falls du noch Fragen hast, schreibe sie mir im Kommentar, ich beantworte sie gerne 🙂.

Du bist auf der Suche nach aktuellen Schreibwettbewerben? Schau auf unserer Wettbewerbsliste vorbei!

Links:

Fakten (lt. Ausschreibung):

Inhalt:

Literaturwettbewerbe, -zeitschriften und Anthologien gibt es reichlich auf dem deutschsprachigen Literaturmarkt. Doch wie werde ich auf aktuelle Ausschreibungen aufmerksam? Und welcher meiner Texte passt überhaupt wohin, welche Schwerpunkte haben die Veranstaltenden? In welchem Stadium auf meinem Weg als AutorIn ist es sinnvoll, sich überhaupt an Wettbewerben zu beteiligen? Und welche passen zu mir? Wie erfülle ich am besten die Bedingungen?

Ablauf:

Alle reichen vorab einen Text ein (maximal 7.500 Zeichen, eine abgeschlossene Geschichte oder ein Textauszug), der vor dem Workshop an alle Teilnehmenden versandt wird (mit Lese-Leitfragen) und Grundlage für die gemeinsame Textarbeit ist.

Ein Überblick über aktuelle Wettbewerbe und Projekte sowie eine Auswahl an Literaturzeitschriften geben den Startschuss fürs Feilen an den eigenen Texten. Mit gezielten Übungen und gegenseitigem Feedback geht es voran, denn oft fehlt einem selbst Abstand zu den eigenen Geschichten und ein neutraler Blick von außen

Ziel ist es, einen konkreten Text für eine Einsendung vorzubereiten und einen Jahresplan zu erstellen, welche Wettbewerbe und Projekte attraktiv sein können.

Teilnehmeranzahl:

keine Angaben

Zielgruppe:

Für den Einstieg aufs öffentliche Parkett ebenso geeignet wie für erfahrene Schreibende, die ihre Projekte besser planen wollen.

Kosten 2021:

EUR 95,– (inkl. 19% MwSt.)

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Bildquelle: Canva, Treffpunkt Schreiben

1 Kommentar

  • Liebe Veronika,

    danke für die ausführliche Beschreibung und deine Anregungen! Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Und natürlich drücke ich weiter die Daumen für deine Texte!

    Viele Grüße
    Maike

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