Manche Bücher liest man einfach so weg. Andere bleiben überraschend lange im Kopf. Schreib dich zum Glück* von Silke Heimes gehört für mich zur zweiten Kategorie. Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und mir immer wieder einzelne Schreibübungen herausgepickt, je nach Lust, Laune und Tagesform. 📖☀️
Als kostenloses Rezensionsexemplar durfte es sich fernab von Schreibtisch und Alltag beweisen. Welche Impulse bei mir hängen geblieben sind und warum dieses Buch für mich mehr ist als ein klassischer Schreibratgeber, erzähle ich dir im Beitrag.
INHALT
Mein Fazit für Eilige
Fundiertes Schreib-Übungsbuch zum Thema Glück. Klar strukturiert. Ansprechend gestaltet. Motiviert zum Schreiben. 141 Übungen + Glückstagebuch (7 Wochen).
Autorin
Prof. Dr. med. Silke Heimes studierte Medizin und Germanistik. Als Autorin und Poesietherapeutin verbindet sie ihr Wissen aus beiden Bereichen. Sie beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der heilsamen Kraft des Schreibens. 2007 gründete Silke Heimes das Institut für kreatives und therapeutisches Schreiben (IKUTS).
Sie veröffentlichte zahlreiche Sachbücher mit Fokus Schreiben sowie Jugendbücher und Belletrisik. Weitere Infos zu Silke Heimes findest du auf ihrer Website.
Zielgruppe
- Menschen, die gerne schreiben und die das Thema “Glück” interessiert.
- Alle, die Schreiben als persönliches (Selbst)Coachingtool nutzen wollen – für Selbstreflexion, Entspannung oder kleine Glücksmomente im Alltag.
- Das Buch richtet sich an Einsteiger*innen genauso wie an erfahrene Schreibende, die neue Impulse ausprobieren wollen.
- Als Urlaubs- oder Auszeiten-Lektüre gut geeignet, weil man Übungen nach Belieben einbauen kann.
Inhalt
Eckdaten
Schreib dich zum Glück* ist am 7.10.2024 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen. Das Taschenbuch hat 221 Seiten und gliedert sich in folgende 8 Kapitel:
- Was ist Glück überhaupt?
- Welche Geschichte hat ihr Glück?
- Glück oder Einstellungssache?
- Das erforschte Glück
- Welche Wege gibt es zum Glück?
- Jedes Glück hat seine Zeit
- Glücklich ist …
- Ihr persönliches Glückstagebuch
141 Übungen dienen als Anregung zum Schreiben und zur Auseinandersetzung mit dem persönlichen Glück. Das letzte Kapitel beinhaltet ein Glückstagebuch für 7 Wochen sowie den Test “The Satisfaction with Life Scale”
Klappentext (Auszug)
Seien Sie mal ehrlich: Sind sie glücklich? Es ist wichtig, im alltäglichen Chaos das eigene Glück als Leitstern im Blick zu behalten. Aber mitunter verschwindet es hinter Wolken, sodass wir die Orientierung verlieren. Das mag uns nicht immer sofort auffallen. Doch irgendwann kommt die Zeit, in der Unruhe und Unzufriedenheit uns zwingen, die eigene Ausrichtung zu überprüfen. Dann fragen wir uns: Was macht mich eigentlich glücklich?
Auf der Suche nach Antworten begleitet Sie das Buch von Silke Heimes. Es lädt Sie ein, sich schreibend Ihren Bedürfnissen, Wünschen und Zielen zu nähern, um zu erkennen, wie Ihr ganz persönliches Glück aussieht...Silke Heimes
Blick ins Buch
- Das Buch ist mehrfarbig (orange, mintgrün) gestaltet.
- Schriftart und -größe kommen mir, im Alter von 50+, entgegen, sind sehr gut lesbar.
- Der inhaltliche Aufbau ist klar strukturiert.
- Die 114 Schreibübungen sind durch ein Stiftsymbol leicht erkennbar.
- Zahlreiche Zitate stimmen auf das Thema Glück ein und regen zum Nachdenken an.
- Am Ende findet sich ein umfassendes Quellenverzeichnis.
Mein persönliches Lesefeedback
Erster Eindruck
Das Taschenbuch wirkt hochwertig, greift sich gut an und ist liebevoll gestaltet. Der Titel ist zum Beispiel erhaben, gedruckt und der Buchsatz mehrfarbig und optisch ansprechend.
Die Einleitung gibt mir einen klaren Überblick zum Inhalt und Aufbau des Buches. Ich mag die direkte Ansprache und auch – was mich als im Schreibkontext Du-Gewöhnte überrascht – die gewählte Sie-Form.
Ich fühle mich, von der Autorin, gut abgeholt. Sie lädt dazu ein, sich “schreibend mit den Themen und Fragen auseinanderzusetzen” und betont dabei den eigenen stimmigen Weg für diese Reise zu wählen. Die hohe Anzahl an Schreibübungen (114) hat mich zunächst etwas gestresst, der mehrfache Hinweis, dass es nicht nötig ist, alle Übungen zu machen, wirkt entlastend.
Ich habe mich für das chronologische Lesen und Durcharbeiten entschieden. Das Buch ist allerdings so aufgebaut, dass auch ein “springen zu den Kapiteln, die aktuell am meisten interessieren” möglich ist.
Zu Beginn hält Silke Heimes gleich eine positive Nachricht für mich als Leserin bereit:
Sie haben alles Glück der Welt verdient! Einfach so, ohne dass Sie sich dafür anstrengen oder großartige Leistungen vollbringen müssen.
Einfach, weil es Sie gibt und Sie sind, wie Sie sind.Silke Heimes
Dieser Aussage widerspreche ich keinesfalls.
Praxis: Meine Lieblings-Schreibübungen
Ich starte motiviert mit der ersten Schreibübung (Seite 17): “Glück ist …” und es folgen zahlreiche weitere, die ich ausprobiere. Diese 5 Übungen, mochte ich besonders:
- Eintrag für ein Lexikon zum Thema Glück (Seite 25)
- Text mit dem Titel “Wo geht’s denn hier zum Glück”? (Seite 78)
- Listengedicht zum Halbsatz “Für mein tägliches Glück brauche ich …” (Seite 122)
- Faulheit: Was verstehe ich darunter und kann ich der Faulheit etwas abgewinnen? (Seite 141)
- Puzzle des Lebens: Wie sieht es aus, welche Teile kenne ich, welche fehlen? (Seite 166)
Die Auswahl war schwierig zu treffen, denn es hätten auch noch einige andere Übungen, verdient hier angeführt zu werden. Eine Auflistung aller Übungen als Extra-Seite im Inhaltsverzeichnis habe ich vermisst. Diese fände ich hilfreich, um den Überblick zu bereits geschriebenen und noch nicht durchgeführten Schreibübungen zu behalten.
Das Glückstagebuch für 7 Wochen nimmt Bezug auf einzelne Übungen sowie Inhalte aus dem Buch und fokussiert darauf Veränderungen durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Glück sichtbar zu machen bzw. ggf. einzelne Aspekte nochmal zu vertiefen.
Theoretischer Hintergrund
Schreib dich zum Glück* bietet zu den Übungen ausführlichen theoretischen Hintergrund: Zum Beispiel: “Wusstest du, dass unsere Seele 21 Gramm wiegt?” (vgl. S. 17) Das Buch ist ein gekonnter Mix aus Theorie & Praxis.
Zwei im Buch behandelte Theorie-Komplexe möchte ich hervorheben: Die Glücksforschung und das Kapitel “Glückliches Gehirn, glücklicher Körper” liefern spannende Hintergründe.
Manfred Spitzer meint zum Beispiel:
Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben.
Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler & Psychiater
Im Buch gibt es ergänzend einen Fragebogen zur Lebenszufriedenheit. Silke Heimes schlägt vor, diesen zu Beginn auszufüllen und nochmals nach dem Lesen des Buchs.
“The Satisfaction with Life Scale” stammt von Ed Diener, aus dem Jahr 1985 und ist gemäß der Autorin, der international bekannteste und am häufigsten verwendete Fragebogen zu diesem Thema.
Das mag so sein, mich haben die lediglich fünf Fragen leider nicht überzeugt. Ich hätte mir einen umfassenderen und aktuelleren “Test” gewünscht, gerne auch aus dem europäischen Raum.
Mein Resümee
Schreib dich zum Glück* ist für mich ein Buch, das man nicht einfach nur liest, sondern ausprobiert – am besten genau dann, wenn etwas Zeit für sich selbst da ist.
Die Mischung aus fundiertem Hintergrundwissen und alltagstauglichen Schreibübungen macht es leicht, einzusteigen und trotzdem tiefer zu gehen.
Ein Buch für alle, die Schreiben als kleine Auszeit nutzen wollen und Lust haben, sich dabei selbst ein Stück näherzukommen. Und eines, zu dem man gut immer wieder zurückkehren kann.
Hat dir das Schreiben schon mal einen kleinen Glücksmoment geschenkt? Erzähle mir gerne davon und teile deine Erfahrungen in den Kommentaren. Vielen Dank.
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Bildquelle: Treffpunkt Schreiben
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